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Automatisierung und Ausbeutung
Was wird aus der Arbeit im digitalen Kapitalismus?

Digitale Technik wird, so heißt es, zu einer umfassenden Automatisierung führen. Bleibt uns Menschen nur noch die „prometheische Scham“, wie es der Philosoph Günther Anders formulierte – ein neidvoller Blick auf überlegene, himmelstürmende Maschinen, die uns ersetzen? Keineswegs: Die Technik, um die sich die fantastischen Bilder der Zukunft ranken, macht die menschliche Arbeitskraft in Wirklichkeit nicht verzichtbar. Trotz beeindruckender Fortschritte imitieren Künstliche Intelligenz und Maschinenlernen lediglich menschliche Fähigkeiten. Die Arbeit wird nicht abgeschafft: Sie wird aufgespalten und verdichtet, ausgelagert und versteckt.

Die fortgeschrittene Sensorik und automatisierte Datenanalyse taugen nicht dazu, die Menschen überflüssig zu machen, Aber sie eignen sich durchaus dazu, ihre Arbeit zu kontrollieren. Im Verbund mit dem Internet ermöglichen diese Techniken neue Formen der Arbeitsteilung; und gegenwärtig entwickeln Unternehmen und Wissenschaftler Methoden für eine umfassende Rationalisierung. Technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Maßnahmen gehen dabei Hand in Hand. Freie Berufe in der juristischen Beratung, der ärztlichen und therapeutischen Behandlung, in Journalismus und Unterricht geraten unter Abwertungsdruck. Die durch digitale Werkzeuge erzwungene Transparenz bedeutet für viele Beschäftigte in den Büros, den Fabrik- und Lagerhallen mehr Stress, mehr Überwachung, weniger Lohn.


Automatisierung und Ausbeutung - Was wird aus der Arbeit im digitalen Kapitalismus?
2017. Wien: Promedia.


Hier Informationen des Verlags mit Bestellmöglichkeit.


Mythos Vorbeugung
Warum Gesundheit sich nicht verordnen lässt und Ungleichheit krank macht

Gesund muss man bleiben. So lautet der Tenor nicht nur von Medizinern und Therapeuten, sondern auch der politischen Meinungsführer und Wirtschaftstreibenden. Mit Fettsteuern, verpflichtenden Untersuchungen sowie Rauch- und Alkoholverboten wird dieser Feldzug geführt, mit Vergünstigungen bei Krankenversicherungen und andauernden öffentlichen Appellen zu Fitness und regelmäßigem Sport, und vor allem mit der sogenannten Früherkennung, die gefährliche Krankheiten schon im Anfangsstadium aufspüren soll. Eine „präventive Wende“ hat eingesetzt. So gut dieser Slogan auch klingt – er stimmt nicht. Weder kann man mit Gewalt gesund bleiben, noch ist Vorbeugung tatsächlich so erfolgreich, wie weithin behauptet.

Matthias Becker erklärt, wie der Präventionsgedanke bestimmend wurde, weil sich der medizinische Fortschritt verlangsamt hat. Das 20. Jahrhundert galt als „das goldene Zeitalter der Medizin“, als Epoche der medizinischen Durchbrüche, in der wichtige Heilmittel und Impfungen gegen zuvor tödliche Infektionskrankheiten gefunden wurden. Aber in Wirklichkeit waren es Verbesserungen der Hygiene, der Arbeitsverhältnisse und der sozialen Sicherung auf der nördlichen Halbkugel, die zu mehr Gesundheit und einer längeren Lebenserwartung führten, nicht die Medizin im engen Sinne. Nach dem „epidemologischen Übergang“ sind nicht mehr Infektionen, sondern chronische Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzkreislauf-Erkrankungen das wesentliche Gesundheitsproblem – und gegen diese taugen die medizinischen Waffen wenig.

Die Ergebnisse der Vorsorgemaßnahmen sind ernüchternd: Früherkennungsuntersuchungen sind ungenau und führen zu Überdiagnosen und Übertherapien. Die individuelle Verhaltensprävention durch Ernährung oder Sport ändert wenig. Denn den größten Einfluss auf Krankheit und Gesundheit üben die Lebensverhältnisse und die gesellschaftliche Ungleichheit aus. Armut macht krank, von der individuellen Prävention profitieren nur die oberen Schichten. Der Fokus der Vorbeugung auf bestimmte Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensweisen, nicht aber auf die ökologischen und sozialen Verhältnisse, macht sie nutzlos und autoritär zugleich.


Mythos Vorbeugung - Warum Gesundheit sich nicht verordnen lässt und Ungleichheit krank macht
2014. Wien: Promedia.


Hier Informationen des Verlags.


MOOCs statt Hörsaal - Der Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Immer mehr Menschen nutzen Massive Open Online Courses (MOOCs). Interessante Bildungsangebote umsonst, das ist eine feine Sache! Aber dabei wird es nicht bleiben. Die technisch avancierte Internetlehre wird die Hochschulbildung insgesamt verändern. Durch Automatisierung, Offshoring und Crowdsourcing ermöglichen MOOCs eine umfassende Rationalisierung, die unsere Vorstellung davon, was akademische Bildung eigentlich bedeutet, gründlich umkrempeln wird.

Ich analysiere die Bildung übers Netz sowohl didaktisch und medienökonomisch, beschreibe die Ursachen des Hypes um die MOOCs, um schließlich zu fragen: Was bedeutet die Medialiserung für die Lehrenden und Studierenden?


MOOCs statt Hörsaal - Der Unterricht im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Mit Raúl Rojas.
2014. Heidelberg: Heinz Heise-Verlag.
E-Book für 3 Euro 99.


Hier die Seite des Verlags mit Bestellmöglichkeit.


Datenschatten - Auf dem Weg in die Überwachungsgesellschaft?

Wenn wir uns auf dem Weg in eine "Überwachungsgesellschaft" befinden - wie wird diese aussehen? Wenn ein "Datenbank-Staat" entsteht - wie tritt er den Bürgern gegenüber?

Elektronische Medien durchdringen bereits große Bereiche der Gesellschaft. Durch Satellitenortung, RFID, die Vernetzung von Datenbanken hinterlässt das Handeln der Menschen ein immer detaillierteres digitales Abbild, das später zunehmend automatisiert überprüft, analysiert und bewertet werden kann. Dies verändert die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern, zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Staat und Bürger, im Büro und in der Fabrik.

Das Buch beschreibt die Veränderungen, indem es sich kapitelweise diesen unterschiedlichen Beziehungen widmet und mögliche Auswirkungen des Datenschattens – Gefahren, aber auch überhöhte Erwartungen und Befürchtungen – untersucht. Vielen Kapiteln sind zudem Interviews mit Fachleuten und Betroffenen beigefügt – unter anderen kommen ein Arbeitsrechtler, ein Datenschützer, ein Staatsanwalt und eine Drogeriemarktangestellte ebenso zu Wort wie die CCC-Aktivistin und der Experte für »geoslavery«. Die Analyse ordnet die medialen Debatten um »Datenschutz«, »Sicherheitsgesellschaft« und Ähnliches ein und verschafft einen Überblick über die dahinterstehenden (Interessens-)Konflikte.


Datenschatten - Auf dem Weg in die Überwachungsgesellschaft?
Erschienen 2010. Heidelberg: Heinz Heise-Verlag.
184 Seiten für 16 Euro 90.


Hier die Seite des Verlags mit Bestellmöglichkeit.